UV-Nassoxidation (ein "Advanced Oxidation Process" - AOP Verfahren)

Mit Hilfe der Nassoxidation können organische Wasserinhaltsstoffe unter Verwendung von starken Oxidationsmitteln, wie z. B. Ozon oder Wasserstoffperoxid vollständig bis zum Wasser, Kohlendioxid und ggf. anderen Stoffen, wie HCl oder Nitrat oxidiert werden.

Prinzip der UV-Nassoxidation

  • Generation von Hydroxylradikalen aus Wasserstoffperoxid mittels UV-Energie
  • Oxidation von organischen Verbindungen zu Kohlendioxid, Nitrat, HCl usw. 

 

Dabei sind „Teiloxydationen“ der organischen Verbindungen möglich, die z.B. zu einer Entfärbung oder Verringerung der toxischen Eigenschaften der organischen Verbindungen führen.

 

Vorteile des Verfahrens

  • Auf die Installation einer raumverbrauchenden Biologie kann vollständig oder zumindest teilweise verzichtet werden.
  • Es entsteht keinerlei Aufsalzung durch Chemikalieneintrag.
  • Die Verfahren arbeiten reststofffrei, d. h. weder beladene Aktivkohle, noch Schlämme müssen entsorgt werden.
  • Der Prozess lässt sich leicht überwachen und besitzt eine hohe Betriebsstabilität.
  • Biologisch schwer oder nicht abbaubare Verbindungen können mit der Nassoxidation entfernt bzw. biologisch verfügbar gemacht werden.

 

Anwendungsgebiete:

 

  • Grundwässer, die mit Pestiziden, LHKW`s, BTEX, Phenolen u. a. belastet sind
  • Abwässer mit hohen AOX-Gehalten
  • Toxische Waschwässer
  • Entfärbung von Färbereiabwässern
  • Entmetallisierung von Galvanikabwässern
  • Verbesserung der biologischen Abbaubarkeit von Abwässern der chemischen Industrie
  • Verbesserung des BSB/CSB Verhältnisses und damit der Einleitbedingungen in einer Kläranlage.

 

 

Wichtige Hinweise zur Anwendung des Verfahrens

Die UV-Nassoxidation ist kein universelles Verfahren sondern ein Nischenprodukt, das für spezielle Anwendungen geeignet ist. Für alle Anwendungen ist ein Laborversuch und gegebenenfalls ein Pilotversuch erforderlich. Die Anlagen können im kontinuierlichen und im Batch Betrieb genutzt werden. Die elektrische Leistung, die je m³ zur Abwasserbehandlung eingesetzt werden muss, liegt zwischen 1,5 und 20 kW und hängt sehr stark von der chem. Zusammensetzung und der Konzentration der Stoffe ab.

Beispiel: 1,5 m³/h kontinuierlich: 2 KW bis 30 KW (Extremfall)
Beispiel: 10 m³/Tag – Batchbetrieb (Hochbelastet) in einem Behälter von 10 m³.  12 h Umpumpen im Kreislauf mit einer Anlage von 3 – 16 kW 

Erfahrungsgemäß gelten folgenden Grenzwerte, in denen das Verfahren ökonomisch anwendbar ist:
CSB < 1,5 g/l
CSB < 4 g/l (Batch)

Eine wichtige Anwendung ist auch die Verbesserung des BSB/CSB Verhältnisses und damit der Einleitbedingungen in einer Kläranlage.